Regionale Spezialitäten

Wenn es um die Qualität von Brot und um die Auswahl an Brotsorten und Aromen geht, nimmt die Schweiz international eine Spitzenposition ein.

Kantonsbrote

In der Schweiz hat fast jeder Kanton sein eigenes Brot. Zu den bekanntesten gehören wohl das Tessinerbrot, das Walliser Roggenschrotbrot oder das Baslerbrot. Die Kantonsbrote sind natürlich weit über ihre Kantonsgrenzen hinaus bekannt und erhältlich. Sie unterscheiden sich nicht nur in ihren Zutaten, sondern auch optisch – das Jurabrot ist beispielsweise mit dem Kantonsstempel versehen.


Regionale süsse Backwaren

Nicht nur beim Brot, sondern auch bei den süssen Backwaren gibt es viele regionale Spezialitäten. So sind Gebäcke wie die Aargauer Rüeblitorte, das Basler Leckerli oder die Bündner Nusstorte im ganzen Land bekannt und beliebt.


Typisch schweizerisch…

Das Weggli ist ein in der Schweiz sehr beliebtes Brötchen. Es ist rund und in der Mitte mit einer tiefen Furche eingeschnitten. Das Weggli besteht aus Weissmehl, Milch, Butter, Backmalz, Zucker und Salz. Ein Stück wiegt ca. 60 Gramm und es ist beliebt als Frühstücksgebäck, als Zwischenmahlzeit oder als Sandwichbrot. Verbreitet ist auch die Kombination mit einem Schoggistängeli. Sein Ursprung geht bis ins 16. Jahrhundert zurück und bis ins frühe 20. Jahrhundert handelte es sich um ein Luxusprodukt, das sich nur die reichsten leisten konnten.

Das Gipfeli ist eigentlich ein französisches Gebäck mit dem Namen Croissant, das jedoch aus der Schweiz auch nicht wegzudenken ist. Besonders beliebt ist es zum Kaffee oder einfach so zum Frühstück. Ebenfalls beliebte Variationen vom Gipfeli sind beispielsweise das Laugengipfeli, das Schoggigipfeli oder das Schinkengipfeli. Der mit Butter zubereitete Gipfeliteig wird in mehrere Lagen gefaltet, bevor man Dreiecke schneidet und diese in die berühmte Gipfeliform rollt.

Das Ruchbrot ist ein typisches schweizerisches dunkles Brot, wobei «ruch» für «rau» oder «grob» steht. Ruchbrot besteht hauptsächlich aus Mehl mittleren Ausmahlungsgrades, zusätzlich kann es jedoch auch andere Mehlsorten enthalten. Ruchbrot ist das günstigste Brot in der Schweiz und es wird normalerweise als länglicher Laib geformt und mehrmals eingeschnitten, regional gibt es jedoch unterschiedliche Formen davon.

Der 1. August-Weggen wird im ganzen Land zum Schweizerischen Nationalfeiertag angeboten. Es handelt sich um ein Hefegebäck, in das vor dem Backen ein Kreuz geschnitten wird. Erstmals hat der Schweizerische Bäcker- und Konditorenmeisterverband den 1. August-Weggen im Jahr 1959 kreiert. Seither werden die bekannten goldbraunen Backwaren mit kleinen Schweizerfähnchen geschmückt angeboten.

Ob es sich beim Dreikönigskuchen um einen Kuchen oder ein Brot handelt, darüber kann man sich streiten… Das Gebäck, welches traditionell am 6. Januar verspeist wird, wird aus süssem Hefeteig hergestellt wird. Der Teig wird zu Kugeln geformt, blütenförmig angeordnet und mit Mandelblättchen und Hagelzucker bestreut. Verschiedene Varianten des Dreikönigskuchens sind nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Frankreich, England, Spanien, Mexiko und New Orleans erhältlich. Auch wenn sich ihre Rezepturen regional unterscheiden, haben die Gebäcke gemeinsam, dass eine Bohne, eine Mandel, eine Münze oder ein anderer kleiner Gegenstand, bei uns meist eine kleine Königsfigur, eingebacken wird.

Das Bürli ist vor allem in der Deutschschweiz ein regelrechter Brötli-Klassiker. Eine spezielle Bedeutung hat es im Kanton St. Gallen, wo man es mit der berühmten Olma-Bratwurst oder dem Olmaschüblig verspeist. Meistens wird das Bürli im Doppelpack angeboten. Aussen sollte das Brötchen knusprig sein, innen luftig, aber dennoch feucht. Aus Wasser, Mehl, Hefe und Salz besteht der Teig – mehr braucht es für ein leckeres Bürli nicht.

Der Grittibänz oder Grättimaa ist ein beliebtes Gebäck aus Hefeteig, das in der Schweiz im Dezember, insbesondere am Samichlaustag, gerne gegessen wird. Schon hierzulande hat er je nach Region unterschiedliche Namen und viele weitere Bezeichnungen gibt es dafür in Deutschland, wo man ihn auch als Weckenmann oder Stutenkerl bezeichnet. Meistens werden Rosinen verwendet, um das Gesicht und die Knopfleiste des Gebäcks zu verzieren.